Louis Marie de Schryver (1862-1942): Rue Royale, Paris

29.5.2021, 16:32:17
Louis Marie de Schryver (1862-1942): Rue Royale, Paris, 1898, Öl auf Leinwand, 56,5 x 83,2 cm, Privatsammlung Nach seinem Debüt auf dem Salon von 1872 im bemerkenswerten Alter von dreizehn Jahren erntete Louis Marie de Schryver Anerkennung für seine Darstellungen der bekanntesten Orte von Paris. Seine Gemälde fangen die großen Boulevards ein, in denen Blumenverkäufer, modisch gekleidete Frauen und stilvolle Pferdekutschen die Stadt der Lichter in der Belle Époque charakterisieren. In der Rue Royale, Paris zeigt de Schryver eine der berühmtesten Straßen der Stadt . Die Rue Royal war sowohl im Paris der Jahrhundertwende als auch heute ein beliebtes Ziel der Wohlhabenden und für ihre luxuriösen Geschäfte und Restaurants bekannt. De Schryver macht auf den modischen Charakter der Straße spielerisch aufmerksam, indem er oben links im Bild ein Ladenschild mit der Aufschrift „Modes“ platziert. Unten bekräftigen zwei Frauen, eine mit einem kunstvollen türkisfarbenen Hut und Kleid und die andere in einem ähnlich verzierten lilafarbenen Ensemble, die Bedeutung des Zeichens. Nur ein paar Schritte weiter erscheint eine Amme, die die traditionelle rote Haube ihres Berufs trägt, in einem filigranen rosafarbenen Umhang und hält ein Baby in einem ebenso extravaganten weißen Kleid. Das Rosa der Ammenkleidung hallt in den überschwänglichen Blumen wider, die über den Karren des Verkäufers fließen, während die Purpurtöne des einzelnen Fliederschubs im violetten Kleid der Frau im Zentrum der Komposition aufgenommen werden. Diese lavendelfarbene Dame signalisiert ihrer schicken Freundin in der Pferdekutsche und fügt dem ohnehin schon einnehmenden Bild eine weitere erzählerische Note hinzu.Inmitten dieser stilvollen, eiligen Pariser hält ein einzelner Hund am unteren Rand der Leinwand inne und starrt den Betrachter an, als wolle er laden uns ein in die lebendige Szene. Weiter in die Komposition führen die Gebäudereihen, die tiefe perspektivische Linien bilden, die in den verschwommenen graublauen Umrissen des Luxor-Obelisken und der Kuppel des L'Hôtel National des Invalides enden. Mit diesen erkennbaren Monumenten in der Ferne erinnert uns de Schryver inmitten seines Bildes des pulsierenden zeitgenössischen Lebens an die reiche kulturelle Vergangenheit von Paris. (Christies)

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